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Projektfortschritt

Aufgrund der Größe und der unterschiedlichen Randbedingungen der rund 56 Kilometer langen Flussstrecke planen wir Licca liber in vier Abschnitten.


Das Bild zeigt die Einteilung des renaturierten Lechs in vier Planungsabschnitte


VON DER PLANUNG BIS ZUR UMSETZUNG – ein langer, aber lohnenswerter Weg

Um den Lech zu revitalisieren, seine ökologische Vielfalt wiederherzustellen, die Biodiversität zu fördern und die Lebensqualität entlang des Flusses zu erhöhen, müssen alle zusammen arbeiten. Von zentraler Bedeutung ist hierbei die frühe Beteiligung der Bevölkerung und betroffener Akteure. In einem offenen und transparenten Planungsprozess werden mögliche Maßnahmen gemeinsam entwickelt. Fachtechnische Untersuchungen prüfen diese Maßnahmen hinsichtlich Ihrer Machbarkeit und entwickeln sie weiter. Solche weiterführenden Untersuchungen sind z.B. hydraulische Untersuchungen, die Prüfung der Auswirkungen auf das Grundwasser oder naturschutzfachliche Abstimmungen.

Für gewässerökologische Ausbauvorhaben wie Licca liber ist ein wasserrechtliches Verfahren zur Genehmigung notwendig. Der Verfahrensablauf ist hierbei klar geregelt. Die zu erstellenden Genehmigungsunterlagen sind in der Regel äußerst umfangreich und detailliert und initiieren das Planfeststellungsverfahren an der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde. Die Prüfung der umfangreichen Genehmigungsunterlagen kann teils mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Nach dem Planfeststellungsbeschluss folgt die Ausführungsplanung. Erst dann kann die Bauausführung, also die bauliche Umsetzung der Maßnahmen, erfolgen.

Maßnahmenbeispiele

Festverankerter Totholzeinbau zur Habitatverbesserung
Umbau vorhandener Abstürze in durchgängige und sohlstützende Steinrampen (Foto: WWA DON)
Reaktivierung der Auwälder zur Förderung der Biodiversität und des natürlichen Hochwasserrückhalts (Foto: WWA DON)
Kieszugaben zur Stabilisierung der Flusssohle und Vermeidung weiterer Eintiefung des Lechs (Foto: WWA DON)
×
Einbau einer Steinbuhne zur Erhöhung der Strukturvielfalt im Gewässerbett (Foto: WWA DON)
× Bildergalerie

Die Erstellung von Fachgutachten und die Bearbeitung der verschiedenen Planungsphasen inklusive der Ausschreibungen und Vergaben an entsprechende ausführende Firmen und Büros sind sehr zeitintensive und komplexe Prozesse. Die Beantragung und Bereitstellung der nötigen Gelder ist abhängig von der jährlichen Planung der Projektziele aller Projekte. Hierbei sind bayernweite Kriterien für die Projektpriorität und den Projektstand sowie die Personalsituation zu berücksichtigen. Herausfordernde Grunderwerbsverhandlungen können zu Verzögerungen im Projekt führen, da sich alle Flächen, auf denen bauliche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, vor dem Planfeststellungsbeschluss im Eigentum des Freistaats Bayern befinden müssen. Die Zeiträume für Projektschritte können daher oftmals nicht präzise abgeschätzt werden.

Beteiligung und Information der Öffentlichkeit


Der offizielle Startschuss für das Projekt Licca liber wurde durch den damaligen Staatsminister Dr. Marcel Huber am 19.02.2013 bei einer Auftaktveranstaltung im historischen Wasserwerk in Augsburg gegeben. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Informationen und Unterlagen zum Projektfortschritt in den einzelnen Planungsabschnitten.

Planungsabschnitt I (Staustufe 23 bis Hochablass)

Die Entwicklungsziele für die Planungsabschnitte I und II wurden ab 2013 im Rahmen eines Flussdialogs erarbeitet und festgelegt. Danach folgten weiterführende Untersuchungen, die die möglichen Varianten auf ihre Machbarkeit hin prüften und eine Vorzugsvariante festlegten. Die daran anschließende Erarbeitung der Genehmigungsunterlagen für den Abschnitt I war sehr komplex und umfangreich. Die Unterlagen wurden am 29.02.2024 bei der unteren Wasserrechtsbehörde der Stadt Augsburg eingereicht. Die Leitung des Verfahrens obliegt als Planfeststellungsbehörde der Unteren Wasserrechtsbehörde der Stadt Augsburg. Diese führt den Beteiligungsprozess durch und entscheidet über die Zulässigkeit des Vorhabens durch Planfeststellungsbeschluss oder ablehnenden Bescheid. Die Gesamtunterlagen können hier eingesehen werden. Erst nach dem Planfeststellungsbeschluss können weitere Schritte wie die Ausführungsplanung und die bauliche Umsetzung der Maßnahmen erfolgen.


Projektschritte Arbeitsstand
Flussdialog seit 2013
Umsetzungskonzept / Festlegung der Entwicklungsziele 2016
Grunderwerbsverhandlungen laufend
Weiterführende Untersuchungen 2019 abgeschlossen
Entwurfs- und Genehmigungsplanung 2020-2023
Planfeststellungsverfahren Die Stadt Augsburg hat das Planfeststellungsverfahren begonnen und mit Bekanntmachung vom 24.11.2025 die vollständigen Unterlagen veröffentlicht.
Ausführungsplanung ausstehend
Bauausführung ausstehend
Vorgezogene Maßnahmen mehrfache Kieszugabe zur Stabilisierung der Sohle


  • Planfeststellungsunterlagen
    Die Planfeststellungsunterlagen zeigen die geplanten Maßnahmen für den Planungsabschnitt I und beschreiben deren Auswirkungen zum Beispiel hinsichtlich Umwelt, Grundwasser und Hochwasser. Weitere Details können dem Inhaltsverzeichnis sowie den Texten und Plänen entnommen werden.
  • Erläuterungsbericht weiterführende Untersuchungen
  • Umsetzungskonzepte Licca liber I und II

Finanzierung

Der Abschnitt I des Vorhabens wird mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes zur Umsetzung des Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) finanziert.

Logos BMLEH und BMUKN 

Planungsabschnitt II (Hochablass bis Wertachmündung

Die Entwicklungsziele für den Planungsabschnitt II wurden zusammen mit dem Planungsabschnitt I ab 2014 im Rahmen eines Flussdialogs erarbeitet und festgelegt. Seit 2025 wird der Bau einer Rampe unterhalb der Ulrichsbrücke weiterverfolgt. Diese soll im innerstädtisch liegenden, engen Lechbett die Sohle aufhöhen und stabilisieren, und so der fortschreitenden Eintiefung des Lechs entgegenwirken. Die Planung hierfür wurde 2025 ausgeschrieben und angegangen. Weitere Maßnahmen wie die Aufweitung nördlich der St. Afra-Lechbrücke und die Strukturverbesserung im Gewässerbett sind geplant.


Projektschritte Arbeitsstand
Flussdialog seit 2014
Umsetzungskonzept / Festlegung der Entwicklungsziele 2016
Grunderwerbsverhandlungen zum Großteil eigene oder städtische Flächen
Weiterführende Untersuchungen 2019 abgeschlossen
Entwurfs- und Genehmigungsplanung seit 2025 Planung für Bau einer Sohlrampe unterhalb der Ulrichsbrücke
Planfeststellungsverfahren ausstehend
Ausführungsplanung ausstehend
Bauausführung ausstehend
Vorgezogene Maßnahmen laufende strukturelle Maßnahmen, z.B. Einbau von Totholz und Kieszugabe


  • Erläuterungsbericht weiterführende Untersuchungen
  • Umsetzungskonzept Licca liber I und II


Planungsabschnitt III (Wertachmündung bis Einmündung Lechkanal)

Im Planungsabschnitt III wurde 2024 mit dem Flussdialog begonnen. Die Ergebnisse aus diesem Beteiligungsprozess bildeten die Grundlage zur Festlegung der Entwicklungsziele und dem bis Ende 2024 aufgestellten Umsetzungskonzept. Die darin festgehaltenen Maßnahmen müssen nun anhand von fachtechnischen Untersuchungen geprüft und weiterentwickelt werden. Im Fokus steht deshalb für 2025 u.a. die Ausschreibung und Vergabe einer Mindestwasserstudie. Die Besonderheit am Planungsabschnitt III ist, dass ab Gersthofen parallel zum Lechmutterbett der Lechkanal verläuft, welcher der Stromerzeugung dient. Um eine Annäherung an den ursprünglichen Charakter zu erreichen, ist eine Erhöhung des Mindestwassers im Lechmutterbett erforderlich. Insbesondere in Kombination mit der vorgesehenen Aufweitung sind positive Effekte in Bezug auf die Struktur- und Artenvielfalt zu erwarten. Die Wirkung eines höheren Abflusses im Lechmutterbett wird anhand einer Mindestwasserstudie detailliert untersucht.

Parallel dazu erfolgen ab 2025 erste Maßnahmen im Rahmen einer Musterstrecke auf Höhe des Flusskilometers 29 (nördlich der Langweider Brücke). Eine weitere Musterstrecke auf Höhe von Gersthofen (bei Flusskilometer 35,5) befindet sich aktuell noch im wasserrechtlichen Verfahren.

Projektschritte Arbeitsstand
Flussdialog seit 2024
Umsetzungskonzept / Festlegung der Entwicklungsziele 2024
Grunderwerbsverhandlungen laufend
Weiterführende Untersuchungen 2025 – 2027 (z.B. Mindestwasserstudie)
Entwurfs- und Genehmigungsplanung ab 2027
Planfeststellungsverfahren ausstehend
Ausführungsplanung ausstehend
Bauausführung ausstehend
Vorgezogene Maßnahmen seit 2025 Umsetzung der Musterstrecke bei Flusskilometer 29; Einbau von Strukturelementen im Lechmutterbett (z.B. Buhnen und Totholz); Kieszugabe durch den Kraftwerksbetreiber


  • Maßnahmenkonzeption Licca liber III
  • Legende Maßnahmenkonzeption
  • Umsetzungskonzept Licca liber III
  • Flussdialog – Sondierungsgespräche (Präsentation)
  • Flussdialog – Zielgruppen-Workshops (Dokumentation
  • Flussdialog – Online-Befragung (Auswertung)
  • Flussdialog – Informationsveranstaltung (Präsentation)
  • Flussdialog – Informationsveranstaltung (Protokoll)


Planungsabschnitt IV (Einmündung Lechkanal bis Lechmündung)

Beim Planungsabschnitt IV liegt ein Großteil des Gewässers im Zuständigkeitsbereich des dortigen Kraftwerksbetreibers. Daher muss die Bearbeitung des Abschnitts eng mit dem Betreiber erfolgen. Zur Verbesserung der Strukturvielfalt und Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen wurden bereits 2024 Maßnahmen durch die Flussmeisterstelle Donauwörth südlich der Lechbrücke (B16) durchgeführt. Der Uferverbau wurde entfernt und als sogenannte schlafende Sicherung im Vorland eingebaut. Uferbereiche wurden abgeflacht, sodass die Bereiche früher an höhere Wasserstände angebunden sind.


Ufer südlich der Lechbrücke B16 vor der Umsetzung von Maßnahmen
Ufer südlich der Lechbrücke B16 nach der Umsetzung von Maßnahmen

Ufer südlich der Lechbrücke B16 vor und nach der Umsetzung von Maßnahmen


Projektschritte Arbeitsstand
Flussdialog ausstehend
Umsetzungskonzept / Festlegung der Entwicklungsziele Umsetzungskonzept durch Kraftwerksbetreiber aufgestellt
Grunderwerbsverhandlungen ausstehend
Weiterführende Untersuchungen ausstehend
Entwurfs- und Genehmigungsplanung ausstehend
Planfeststellungsverfahren ausstehend
Ausführungsplanung ausstehend
Bauausführung ausstehend
Vorgezogene Maßnahmen 2024 Entfernung Uferverbau und Abflachung Uferbereiche südlich der Lechbrücke B16
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