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Hochwasserschutz Senden/Freudenegg

Das hundertjährliche Hochwasser der Iller im Jahr 1999 hat den dringenden Handlungsbedarf deutlich gemacht: Bestehende Hochwasserschutzsysteme müssen ertüchtigt und vorhandene Lücken geschlossen werden.

Senden und die Iller: Eine historische Verbindung

Die Stadt Senden im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm hat eine lange und komplexe Beziehung zur Iller. Seit Jahrhunderten wurde die Kraft des Flusses zur Energieerzeugung genutzt, wie zahlreiche Ausleitungskanäle und Wasserkraftanlagen belegen. Gleichzeitig war Senden immer wieder von schweren Hochwasserkatastrophen betroffen, wie zum Beispiel im Jahr 1910.

Bestehende Deiche und deren Bedeutung

Nach dem verheerenden Hochwasser von 1910 wurden vermutlich die heutigen Deiche errichtet. Diese Deiche, deren Pläne in den alten Bestandsunterlagen des Straßen- und Flussbauamtes Dillingen zu finden sind, liegen in staatlicher Unterhaltungslast. Sie schützen die Stadtteile Ay und Freudenegg der Stadt Senden und haben eine indirekte Schutzwirkung für die Stadt Neu-Ulm. Ohne diese Deiche könnte ausuferndes Hochwasser über den Illerkanal in die sonst vor Donauhochwasser geschützten Bereiche von Neu-Ulm eindringen.

Notwendigkeit der Modernisierung

Die vorhandenen Deiche entsprechen nicht mehr den aktuellen Regeln der Technik, weder in Bezug auf ihre Höhe noch ihren Aufbau und die Zugänglichkeit zur Wartung oder Deichverteidigung. Daher ist eine Modernisierung dringend erforderlich, um den Hochwasserschutz in der Region langfristig zu gewährleisten. Dazu wird die Höhe der Deiche für ein hundertjährliches Hochwasser bemessen, zuzüglich einem Meter Freibord. Dieses zusätzliche Sicherheitsmaß berücksichtigt auch die sich ändernden klimatischen Bedingungen. Teilweise sind noch Lücken im Deichsystem vorhanden, die es im Zuge der Sanierungsarbeiten ebenfalls zu schließen gilt.


Übersichtslageplan der Hochwasserschutzmaßnahme

Aktueller Stand

Die Gesamtmaßnahme stellt einen linienförmigen Hochwasserschutz auf einer Länge von ca. 1,4 km dar. Sie wurde in zwei Baulose unterteilt.

Baulos 1:

Im nördlichen Bereich wurde der bestehende Erddeich abgetragen und mit einer innenliegenden Spundwanddichtung gemäß dem Stand der Technik neu errichtet. Dieses Baulos wurde im Sommer 2023 erfolgreich abgeschlossen.

Ausführungsplanung Baulos 1 Ausführungsplanung Baulos 1 (Deich mit Spundwandinnendichtung)
Verpressung des Untergrunds zwischen Spundwand und Kragarm
Verlauf der Spundwand im Deich
Materialien für den Deichbau und die Habitate für Kleintiere
Kragarm-Anschluss zwischen Abschlagsbauwerk (Eiskanal) und Spundwand
×

In 2023 fertiggestellter Abschnitt (Baulos 1) In 2023 fertiggestellter Abschnitt (Baulos 1)

Baulos 2:

Dieser Abschnitt besteht ebenfalls aus Erddeichen, jedoch nur noch teilweise mit Spundwandinnendichtung. Auch hier müssen die vorhandenen Deichstrukturen zunächst rückgebaut werden, um anschließend nach aktuellem Stand der Technik neu errichtet zu werden.

Ausführungsplanung Nord (Baulos 2) Ausführungsplanung Nord (Baulos 2)

Ausführungsplanung Mitte (Baulos 2) Ausführungsplanung Mitte (Baulos 2)

Ausführungsplanung Süd (Baulos 2) Ausführungsplanung Süd (Baulos 2)

Kenndaten der Maßnahme

  • Gesamtlänge ca. 1,4 km
  • Baulos 1: ca. 400 m Erddeich mit Spundwandinnendichtung
  • Baulos 2: ca. 100 m Erddeich mit Spundwandinnendichtung, 900 m reiner Erddeich
  • Herstellungskosten gesamt: 4,5 Mio. Euro

Abflussdaten Iller

  • Mittlerer Abfluss MQ: 54 m³/s
  • 100-jährlicher Hochwasserabfluss HQ100: 900 m³/s
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