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Hochwasserschutz Burtenbach mit Ortsteil Kemnat

Der Hochwasserschutz für Burtenbach mit dem zugehörigen Ortsteil Kemnat wurde Ende 2014 planfestgestellt. Durch die Hochwasserschutzmaßnahme sollen die Ortslagen des Marktes Burtenbach und des Ortsteils Kemnat bei einem 100-jährlichen Hochwasser unter Berücksichtigung eines Klimaänderungszuschlags geschützt werden.

Der Hochwasserschutz umfasst folgende Bestandteile:

  • Hochwasserschutz Kemnat
  • Hochwasserschutz Burtenbach
  • Ökologische Maßnahmen

Die Zahlen des Projekts

Projektkosten

Der Hochwasserrückhalt Burtenbach hat Gesamtkosten von 4.260.000 €. Diese resultieren aus:

  • Baunebenkosten: 560.000 €
  • Grunderwerb: 120.000 €
  • Baukosten: 3.580.000 €

Kostenaufteilung

Die Kosten teilen sich wie folgt auf (gerundet):

  • Freistaat Bayern als Vorhabensträger: 57 %
  • Markt Burtenbach: 43 %

Ortsteil Kemnat
Die Hochwassersituation in Kemnat würde sich ohne örtliche Hochwasserschutzmaßnahmen durch den Hochwasserschutz Thannhausen verschlechtern, da der Hochwasserfluss durch diesen im anschließenden Mindeltalraum weiter westlich abfließt. Die Ende 2021 abgeschlossene Umsetzung des Hochwasserschutzes des Ortsteils Kemnat war somit Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Hochwasserschutzes Thannhausen.

Für Kemnat wurde eine ortsnahe Hochwasserschutzlösung entlang der Kleinen Mindel planfestgestellt. Dies führt zu einer Umsetzung in 31 Bauwerken überwiegend im Bestand.

Übersichtslageplan Hochwasserschutz Kemnat Übersichtslageplan Hochwasserschutz Kemnat

Die Umsetzung des Hochwasserschutzes Kemnat war entsprechend Planfeststellung Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Hochwasserschutzes Thannhausen (vgl. Homepage).
  • 10/2021 Hochwasserschutzmaßnahme Kemnat abgeschlossen
  • 07/2022 Finanzvereinbarung mit dem Markt Burtenbach zur Ableitung des Wolfsgrubgrabens abgeschlossen
  • 12/2024 Pumpenhänger an die Feuerwehr Burtenbach übergeben

Exemplarische Bilder des Zustands vor (links) und nach der Umsetzung des Hochwasserschutzes für den Ortsteil Kemnat (rechts):

Obere Mühle nach der Umsetzung des Hochwasserschutzes
Obere Mühle vor der Umsetzung des Hochwasserschutzes
Obere Mühle

Untere Mühle nach der Umsetzung des Hochwasserschutzes
Untere Mühle vor der Umsetzung des Hochwasserschutzes
Untere Mühle

Steg untere Mühle nach der Umsetzung des Hochwasserschutzes
Untere Mühle vor der Umsetzung des Hochwasserschutzes
Steg untere Mühle

Ortsteil Burtenbach
In Burtenbach wurde keine Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen vorgesehen, da die Ergebnisse der Überschwemmungsgebietsermittlung bei einem 100-jährlichen Hochwasser keine Überflutungen in bebauten Bereichen im Ortsteil von Burtenbach ergeben haben. Im Bereich der planfestgestellten Baumaßnahmen B-01 und B-02 sind jedoch, nachlaufend zum Junihochwasser 2024, Beobachtungen von aufgetretenen Ausuferungen auf landwirtschaftliche Flächen eingegangen. In beiden Fällen hat die Prüfung des hydraulischen Modells im Abgleich mit Ortseinsichten gezeigt, dass das Modell im Detail noch nachgearbeitet werden muss.

Beim Hochwasser im Juni 2024 waren aufgrund des Katastrophenfalls und der innerörtlichen Baustelle in Thannhausen die Schütze des Drosselbauwerks in Thannhausen vollständig geschlossen. Durch den Hochwasserschutz Thannhausen wird der Abfluss in Burtenbach auf rund 50 m³/s gedrosselt. Die Situation in Burtenbach wurde durch die Umsetzung des Hochwasserschutzes Thannhausen grundlegend verbessert, so dass es in Burtenbach beim Hochwasser im Juni 2024 zu keinen Schäden in bebauten Bereichen durch Wasser aus der Mindel kam. Es kann jedoch bei Steuerung entsprechend Bescheid (ohne Katastrophenfall) deutlich mehr Wasser als beim Junihochwasser 2024 abfließen. Bei den gewässerbegleitenden, gegenüber dem Vorland erhöhten, Strukturen im Bereich der beiden Maßnahmen B-01 und B-02 (siehe Lageskizze) kann es bei einer Überströmung zu einem Bruch und einem unkontrollierten Zustrom zum Mühlbach bzw. zu einem Abfluss im Vorland parallel zum Reesengraben mit entsprechenden Betroffenheiten in bebauten Bereichen kommen. Für beide planfestgestellten Maßnahmen wird deshalb eine Umsetzung angestrebt.

Für die Baumaßnahmen B-01 südöstlich des Teilungswehrs bemühen wir uns um den Erwerb des erforderlichen Grunds. Weiterhin stimmen wir uns mit der GEW in Bezug auf Baumaßnahmen ihrerseits ab. Die Umsetzung der Maßnahme ist bei entsprechender Grundverfügbarkeit für das Herbst-/Winterhalbjahr 2026/2027 vorgesehen.

Östlich des Reesengrabens ist zwischen Teilungswehr und Feuerhausgasse als Maßnahme B-02 ein linienhafter Hochwasserschutz mit Abdichtung der Kanaldeckel vorgesehen. Auf Bitte des Marktes Burtenbachs prüfen wir, ob statt des vorgesehenen Deichs mit Deichverteidigungsweg (landseitig des bestehenden Wegs) eine Lösung mit geringerer Flächeninanspruchnahme möglich ist. Die Umsetzung der Maßnahme wird für das Herbst-/Winterhalbjahr 2027/2028 angestrebt.

Übersichtslageplan Hochwasserschutz Burtenbach Übersichtslageplan Hochwasserschutz Burtenbach

Ökologische Maßnahmen
Im Rahmen der Planfeststellung sind folgende ökologische Maßnahmen vorgesehen:
  • Gewässerrenaturierung
  • Fischaufstiegsanlage am Teilungswehr
  • Fischaufstiegsanlage innerorts

Reduzierter Eingriff

Durch die vorgesehene Beschränkung auf die erfolgte Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen auf die Ortslage des Ortsteils Kemnat ist der ökologische Eingriff deutlich geringer als bei Umsetzung der Gesamtmaßnahme.

Gewässerrenaturierungen/-aufweitungen

Die in der Planfeststellung vorgesehenen Gewässeraufweitungen würden in wesentlichen Teilen die Deckschichten der Gewässerböschung eines Trinkwasserschutzgebiets öffnen und sind damit nicht zulässig. Weitere Bereiche sind sehr schlecht zugänglich. Entsprechend entnommenes Material müsste ohne geeignete Geländemodellierungen entsorgt werden. Die Umsetzung von Gewässeraufweitungen ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.

Fischpass am Teilungswehr

Der Fischpass am Teilungswehr Burtenbach wurde entsprechend der Planfeststellung als Umgehungsgerinne ausgeplant. Die Umsetzung ist teurer als ursprünglich vorgesehen. Ursachen sind:
  • hoch anstehendes Grundwasser, durchlässiger Untergrund und Randlage zum Trinkwasserschutzgebiet
  • zu niedrige ursprünglich angesetzte Kosten und Baupreissteigerung

Alternativ wurde deshalb ein rein technischer Fischpass geprüft. Ein solcher wäre jedoch noch teurer. Aufgrund der Untergrund- und Grundwassersituation und dem erforderlichen Zugang zum Teilungswehr ist die technische Lösung an der Einmündung in die Mindel nicht vermeidbar. Im Süden kann der Fischpass durch möglichen Grunderwerb jedoch voraussichtlich deutlich naturnäher ausgeführt werden als ursprünglich vorgesehen und eine Erlengruppe erhalten werden. Die für die Umsetzung der Maßnahme erforderliche Rodung des auf der Fläche aufgekommenen Buschwerks wurde im Februar durchgeführt. Die bauliche Umsetzung wird für das Herbst-/Winterhalbjahr 2026/2027 angestrebt.

Absturz am Sägmühlweg

Für die Herstellung der Durchgängigkeit am Absturz am Sägmühlweg ist eine Rampe mit Niedrigwassergerinne geplant. Für diese wären erhebliche Massenbewegungen erforderlich. Die Zugänglichkeit zu dem Bereich der Rampe ist jedoch ungünstig. Es werden aktuell zwei Alternativen geprüft:
  • Durchgängigkeit durch einen neu gestalteten Fischpass am westlichen Ufer
  • Herstellung als Rampe mit Bauzufahrt im Bereich der verfüllten Kiesgrube südwestlich der Maßnahme

Die Umsetzung der Maßnahme ist im Herbst-/Winterhalbjahr 2027/2028 geplant.
Teilungswehr südlich von Burtenbach
Teilungswehr südlich von Burtenbach
Absturz an der Sägmühle in Burtenbach
Absturz an der Sägmühle in Burtenbach
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Hochwasser Juni 2024
Wie auf der Unterseite zum Ortsteil Burtenbach angegeben, sind in Burtenbach keine Überflutungen von der Mindel in bebaute Bereiche aufgetreten.

In Kemnat kam es durch die sehr hohen Abflüsse in Thannhausen und die starke Drosselung zu hohen Wasserständen. Es kam dabei zu keinen Schäden im bebauten Bereich durch Oberfächenwasser.
Junihochwasser 2024 in Kemnat
Junihochwasser 2024 in Kemnat
Junihochwasser 2024 in Kemnat
Junihochwasser 2024 in Kemnat
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