Hochwasserschutz Aktionsprogramm Schwäbische Donau

Schadenspotenzial an der Schwäbischen Donau

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat es in Bayern immer wieder verheerende Hochwasser gegeben. Doch während beispielsweise 2013 in Deggendorf durch einen Deichbruch immense Schäden entstanden sind, hat es an der Schwäbischen Donau seit Generationen kein 100-jährliches Hochwasser (HQ100) mehr gegeben. Sogar das Pfingsthochwasser 1999, das an der Iller und am Lech ein HQ100 überschritt, war an der Schwäbischen Donau lediglich ein 20-jährliches Hochwasser.

Das Pfingsthochwasser 1999 war an der Schwäbischen Donau gerade einmal ein HQ<sub>10</sub> bis HQ<sub>20</sub> - statistisch gesehen würde es also alle 10 bis 20 Jahre stattfindenBild vergrössern Das Pfingsthochwasser 1999 war an der Schwäbischen Donau gerade einmal ein HQ10 bis HQ20 - statistisch gesehen würde es also alle 10 bis 20 Jahre stattfinden

Was geschähe, wenn ein solches Extremereignis in der Region auftreten würde? Mit welchen Schäden wäre zu rechnen und wo wäre das Schadenspotenzial am höchsten? Eine umfangreiche Untersuchung des beauftragten Ingenieurbüros Franz Fischer GmbH zeigt diese Schadenspotenziale entlang der Schwäbischen Donau auf. Insgesamt könnten in der Region bei einem extremen Hochwasser fast 3 Milliarden Euro Schaden entstehen – bei einem HQ100 liegt das erwartete Schadenspotenzial bei rund 120 Million Euro, sofern alle Deiche der Belastung standhalten. Besonders betroffen wären Neu-Ulm, Günzburg bis Gundelfingen sowie Donauwörth. Aber fast in allen Kommunen würden bei einem Extrem-Hochwasser Schäden in Millionenhöhe drohen.

Schadenspotenzial: Besonders rund um Neu-Ulm, Günzburg und Donauwörth ist das Schadenspozential sehr hochBild vergrössern Schadenspotenzial: Besonders rund um Neu-Ulm, Günzburg und Donauwörth ist das Schadenspozential sehr hoch
Schadenspotential an der schwäbischen Donau
Hochwasser
Direkter Sachschaden bei
einmaligem Eintritt (ohne
Deichversagen), gerundet
Betroffene Einwohner, gerundet
HQ100
120 Mio. €
4.000
HQextrem
2,9 Mrd. €
19.000

Im Rahmen des Hochwasserdialogs machten die wichtigsten Interessensvertreter ihre Anliegen klar: So sollen alle ausstehenden Grundschutzprojekte vorangetrieben werden. Dies soll auch durch Deichrückverlegungen unter Einbindung der Kommunen geschehen. Im Hochwasserfall soll Wasser möglichst zunächst in den Auwäldern und erst danach in landwirtschaftlichen Flächen zurückgehalten werden. Außerdem ist die Sicherung der Infrastruktur (insbesondere Trinkwasserversorgung) sowie der Bebauung von besonderer Bedeutung. Weiterhin sollen die Staustufen in Bezug auf ihr Hochwasserschutzpotenzial näher untersucht werden. Doch nicht nur entlang der Donau, sondern auch an den Zubringern und Nebengewässern, sollten Maßnahmen getroffen werden.

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