Renaturierung der Brenz bei Bächingen

Lageplan der Renaturierung an der BrenzBild vergrössern Lageplan der Renaturierung an der Brenz

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth hat die Brenz auf 250 Metern Länge naturnah ausgebaut. Dadurch wird auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt, die das Ziel hat, für alle Gewässer den ökologisch guten Zustand zu erreichen. Seitdem kann das vorläufige Endergebnis eingesehen werden.

Die Brenz nacherBild vergrössern Die Brenz nacher

Vorläufig

weil dieser Zustand nur Ausgangspunkt einer weiteren dynamischen Eigenentwicklung sein soll. "Wir haben mit dieser Maßnahme das bisher erste Beispiel für die einseitige, intensive Anregung der Eigenentwicklung an einem so großen Gewässer bei uns geschaffen", so Abteilungsleiter Andreas Gorbauch.

Für die Lenkung der Strömung wurden ganze Bäume und zusätzlich lange Astwippen in der zu schützenden Uferseite eingebaut. Das Totholz ist zusätzlich Unterschlupf für Fische und Lebenssubstrat für Kleinlebewesen. Um die Strömung stärker zu lenken und eine abwechslungsreiche Uferlinie zu schaffen, wurden auch Uferverbau und Material aus dem aufgeweiteten Entwicklungsufer eingebracht.

So konnten entlang des Radweges Kiesbänke mit Zugang geschaffen werden, die einen einmaligen Blick auf das Gewässer erlauben. Es entsteht der Eindruck, man stehe mitten im Gewässer.

Das gegenüberliegende Entwicklungsufer wurde aufgeweitet und buchtenreich gestaltet. Es wurden Steil- und Flachufer angelegt. Flache, beruhigte Wasserzonen bieten idealen Lebensraum für Jungfische.

Kleine Inseln und Totholz sind Ansitzwarte für Wasseramsel und Eisvogel. Die örtlichen Fischer sind "hellauf begeistert" von der Maßnahme. Dr. Oliver Born von der Fischereifachberatung von Schwaben bezeichnet die Maßnahme und insbesondere den Totholzeinbau als "absolut ermutigend" und "wirklich wegweisend".

Die Sohle der Brenz ist jetzt nicht mehr einheitlich tief, sondern weist neben den Flachufern auch extreme Tiefstellen, sogenannte Kolke, auf. Diese sind teilweise bereits während der Baumaßnahme durch das Totholz entstanden, dass die Strömung gebündelt hat. Konnte der Bagger anfangs noch im Gewässer arbeiten, war dies später wegen der Übertiefen nicht mehr möglich.

Die weitere Entwicklung bleibt spannend

Durch stille Wasserbuchten können sich wieder Röhricht- und Sumpfpflanzen ansiedeln. Am Radweg dürfen die Ufer weiter auflanden – gegenüber weiter abbrechen. "Es werden immer wieder Veränderungen durch die Kraft des Wassers entstehen. Dies ist die dynamische Natur jedes natürlichen Fließgewässers, die wir an dieser Stelle wieder beobachten können", schwärmt Landespflegerin Marion Widmann.