Offene Planung

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Um Sie über die laufenden Entwicklungen rund um das Hochwasserschutz Aktionsprogramm an der Schwäbischen Donau zu informieren, bietet das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth einen Newsletter an.

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Aktionsprogramm, ökologische Flutung oder Grundwassereinfluss. Es gibt viele Fragen. Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen:

Fragen und Antworten - PDF

Öffentlichkeitsbeteiligung 2018

Aufgrund der großen Nachfrage finden dieses Jahr zwei Besichtigungsfahrten zu umgesetzten Hochwasserrückhalteräumen statt.

Besichtigungsfahrt zum Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden

Das Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden liegt in Niedersachsen am Fluss Leine, besteht aus mehreren Teilpoldern und umfasst insgesamt rund 37 Mio. m³. Die Flächen werden heute vielfältig genutzt: im Standort befinden sich zum Beispiel viele landwirtschaftliche Flächen, ein großes Naturschutzgebiet und ein Kiesabbaugebiet.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, das Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden am Montag, den 22.10.2018 zu besichtigen.

Vor Ort werden Ihnen die niedersächsische Verwaltung und ortskundige Interessensvertreter für Fragen zur Verfügung stehen. Aufgrund der Entfernung ist eine Übernachtung in Göttingen eingeplant. Die Anreise erfolgt mit dem Reisebus am Sonntag, 21.10.2018 nachmittags (rund 5 Stunden Fahrtzeit). Der Bus wird vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth bereitgestellt, die Übernachtungskosten sind von den Teilnehmenden selbst zu übernehmen und können vor Ort bezahlt werden. Für die Übernachtung haben wir für Sie Zimmer in Göttingen im Hotel Park Inn reserviert (EZ 78 €/Nacht inkl. Frühstück, DZ 100 €/Nacht inkl. Frühstück). Die Art des Zimmers und die gewünschte Anzahl sind bei der Anmeldung mitzuteilen. Alternativ kann die Übernachtung selbst organisiert werden. Der Reisebus bringt Sie am Morgen des 22.10.2018 vom Hotelparkplatz des Park Inn-Göttingen zum Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden bei Einbeck (rund 30 min Fahrtzeit). Am Besichtigungstag wird Ihnen mittags auf dem Betriebsgelände der niedersächsischen Verwaltung eine Verpflegung bereitgestellt.

Weitere Informationen zum Standort finden Sie hier.

Besichtigungsfahrt zum Polder Altenheim

Der Polder Altenheim liegt am Oberrhein in der Nähe von Kehl/Straßburg und kann max. rund 18 Mio m³ Retentionsvolumen auf 520 ha fassen. Die Fläche wird heute forst- und landwirtschaftlich genutzt. Seit 1989 werden zur Anpassung der Tier- und Pflanzenwelt ökologische Flutungen durchgeführt. Zum Schutz der angrenzenden Bebauungen wurden Grundwasserhaltungen (z.B. eine Brunnengalerie und ein Pumpwerk) errichtet. Vor Ort werden Ihnen die baden-württembergische Verwaltung, die Gemeinde Neuried und weitere ortskundige Interessensvertreter für Ihre Fragen insbesondere zu den Themen ökologische Flutungen oder Grundwasseranpassungsmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Wir möchten Sie hierzu herzlich einladen, den Polder Altenheim am Donnerstag, den 20.09.2018 zu besichtigen. Die Hin- und Rückfahrt erfolgt an einem Tag mit einem vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth bereitgestellten Reisebus. Für Verpflegung vor Ort ist gesorgt.

Weitere Informationen zum Standort finden Sie hier.

Anmeldung

Wir bitten um Anmeldung mit Angabe des/der gewünschten Ziels/Ziele und des vollständigen Namens, Adresse sowie Kontaktdaten (Telefonnummer und Email-Adresse) per Email an viola.mettin@wwa-don.bayern.de oder telefonisch unter 0906 -7009 -167 bis zum 31. Juli 2018. Eine Anmeldung ist auch von den Personen erforderlich, die sich bereits als Interessierte bei uns gemeldet haben. Falls Sie Interesse an der Besichtigungsreise nach Salzderhelden haben, bitten wir um die zusätzlichen Angaben zur Übernachtung (Personenanzahl, vollständige Namen, Wahl des Zimmers, DZ oder EZ). Weitere Details und die genauen Abfahrtspunkte und – zeiten werden Ihnen dann per Email übermittelt.

Datenschutzhinweis:

Gemäß Art. 13 der Datenschutz-Grundverordnung informieren wir Sie hiermit darüber, dass wir für den Fall Ihrer Anmeldung personenbezogene Daten (Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) zum Zwecke der Organisation und Abwicklung der angebotenen Veranstaltungen erheben. Nähere Informationen, insbesondere zu Ihren Rechten als Betroffene einer Datenverarbeitung, finden Sie in der Datenschutzerklärung im Impressum unserer Internetseite.

Startschuss des Hochwasserschutz Aktionsprogramms Schwäbische Donau

Im Dezember 2016 stellte Umweltministerin Ulrike Scharf das HochwasserschutzAktionsprogramm Schwäbische Donau vor. Dieses führt wichtige Erkenntnisse aus Bedarfsplanung und Hochwasserdialog zusammen: Neben verbessertem Grundschutz an Donau und Nebengewässern und der Untersuchung von Staustufen, enthält das Konzept auch ein erweitertes Rückhalteprojekt mit sechs ungesteuerten Rückhalteräumen – wie z.B. Deichrückverlegungen – und drei Flutpolderstandorte an der Schwäbischen Donau.

Untersuchen und Planen

Bevor an die konkrete Planung von Rückhaltemaßnahmen gegangen werden kann, bedarf es einiger wichtiger Grundlagenuntersuchungen.

In 2017 und mindestens bis Ende 2018 werden die umfangreichen Untersuchungen für das Raumordnungsverfahren über alle neuen Rückhalteräume durchgeführt. Diese umfassen im Wesentlichen:

  • Erweiterung der Datengrundlagen über die Gewässer, die Flora und Fauna, das Grundwasser und den Untergrund mit Vermessungen, Abflussmessungen, Rammkernsondierungen, naturschutzfachlichen Kartierungen, usw.
  • Aufbau und Einsatz umfangreicher Computer-Modelle: Unter anderem müssen die Grundwasserverhältnisse entlang der Schwäbischen Donau adäquat untersucht werden, um negative Auswirkungen für bestehende Bebauungen und Trinkwassergewinnungen sowie weitere sensible Nutzungen ausschließen zu können.
  • Technische Untersuchungen bzw. Erarbeitung der technischen Ausformungen für Deiche und alle weiteren Bauwerke. Dies umfasst die Verläufe, die Höhen, die Einpassung in das Gelände, usw.
  • Umweltplanung: Naturschutzfachliche Untersuchungen ermitteln die Betroffenheit der Naturräume, ob und welche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind.

Auf dieser Basis werden erste umfassende Unterlagen erstellt und das gesamte erweitere Rückhalte-Projekt mit all seinen neun Rückhalteräumen wird in einem sogenannten Raumordnungsverfahren auf seine Verträglichkeit für die Region hin untersucht.

Nur wenn die Raumverträglichkeit gegeben ist, erfolgt eine detaillierte Planung und es kommt zum öffentlichen Planfeststellungsverfahren. Wird im Ergebnis dessen ein Genehmigungsbescheid erteilt, so kann mit Ausführungsplanungen und anschließend dem Bau der einzelnen Vorhaben begonnen werden.

Geplanter Zeitverlauf Bild vergrössern Geplanter Zeitverlauf

Bereits im Sommer 2016 wurden Hochwasserberechnungen für die Donau und den umgebenden Grundwasserleiter in einem europaweiten Auswahlverfahren in Auftrag gegeben. Diese großräumigen modelltechnischen Untersuchungen für Hydrologie, Morphologie, Hydraulik und Grundwasserhydraulik reichen von Neu-Ulm bis zum Lech und befinden sich bei einer Arbeitsgemeinschaft von Ingenieurbüros in Bearbeitung. In diese Modelle werden umfangreiche, bereits vorhandene Daten, wie zum Beispiel zu Geländehöhen, Grundwasserständen, Niederschlägen, Flächennutzung, dem vorhandenen Untergrund sowie Abflüssen, einbezogen.

Datenerhebung und Grundlagen

Datenerhebungen im Jahr 2017

Im Jahr 2017 werden weitere wichtige Daten vor Ort erhoben, um ein möglichst umfassendes Bild zu Grundwassersituation und Abfluss zu erhalten:

  • Am 15. und 16. März wurden durch das Wasserwirtschaftsamt an zahlreichen Gräben in der Donau-Niederung Abflussmessungen durchgeführt. Zwischen diesen Gräben und dem Grundwasser gibt es Wechselwirkungen. Ziel ist es, die über die Gräben abgeführten Grundwassermengen zu erfassen. Die Messungen bei trockenen Bedingungen bilden hier Bilanzgrößen für das Grundwassermodell. In Kürze werden zusätzlich drei kontinuierliche Abflussmessstellen eingerichtet. Eine zweite umfassende Messung ist für Anfang 2018 vorgesehen.
  • Von März bis Mai 2017 erfolgten Vermessungen durch ein im Auftrag des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth arbeitendes Vermessungsbüro. Hierbei geht es um die terrestrische Vermessung projektrelevanter Geländestrukturen, wie z.B. Gräben. Alle Daten wurden anschließend in der Verwaltung geprüft und gehen in die großräumigen Modelle ein.
  • Weiterhin werden die oberen Meter des Untergrundes durch zahlreiche Rammkernsondierungen und Versickerungsversuche in 2017 analysiert. Bohrungen, die teilweise zu Grundwassermessstellen ausgebaut werden, befinden sich ebenfalls in Vorbereitung.
  • Auch die bereits 2016 begonnenen Kartierungen über die Zusammensetzung der Pflanzen- und Tierwelt durch ausgewählte Fachleute in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt werden großflächig fortgeführt. Diese Arbeiten an den naturschutzfachlichen Kartierungen werden das ganze Jahr 2017 über andauern.

Erweiterung des Sondermessnetzes Grundwasser

Das Sondermessnetz für das Rückhalte-Projekt umfasst bereits zahlreiche Grundwassermessstellen. Es überwacht die Grundwasserstandsentwicklung sowohl in trockenen als auch in "nassen" Phasen, z.B. bei Donau-Hochwasser. Langfristig wird es auch die Auswirkungen der konzipierten Rückhalteräume als Bestandteil der Beweissicherung überwachen.

Dafür werden Grundwassermessstellen genutzt, die über die komplette Donau-Niederung verteilt sind. In bereits vorhandene Messstellen werden sogenannte Datenlogger eingehängt. So werden stündlich die Daten erfasst und später diese Stundenwerte in zentralen Datenbanken beim Wasserwirtschaftsamt geprüft und gespeichert. Durch die Aufzeichnung der Grundwasser-Schwankungen können wertvolle Informationen gewonnen werden. Insbesondere bei Donau-Hochwasser kann die Ausbreitung der Druckwelle im Grundwasser somit sehr gut mitverfolgt werden.

Zusätzliche Grundwassermessstellen sind in Planung. Diese Grundwassermessstellen ergänzen dann das bereits großräumig mit Datenerfassungsgeräten ausgestattete Sondermessnetz Grundwasser auf über 100 Grundwassermessstellen.

Die Wasserwirtschaft ist bei dieser Grundlagendatenerfassung auf die Mithilfe der Region in Form von Gestattungen für diese Untersuchungen, soweit möglich auf öffentlichen Grundstücken, angewiesen. Dankenswerterweise wurden bereits sehr viele Gestattungen erteilt, sodass die Arbeiten gut voran schreiten.