Offene Planung

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Fragen und Antworten - PDF

Hochwasserschutz Aktionsprogramm Schwäbische Donau

Unter nachfolgendem Link gelangen Sie zum Übersichtsplan zum Hochwasserschutz Aktionsprogramm Schwäbische Donau.

Übersichtsplan - PDF

Untersuchen und Planen

Bevor an die konkrete Planung von Rückhaltemaßnahmen gegangen werden kann, bedarf es einiger wichtiger Grundlagenuntersuchungen.

Seit 2017 werden die umfangreichen Untersuchungen für das Raumordnungsverfahren über alle neun Rückhalteräume durchgeführt. Diese umfassen im Wesentlichen:

  • Erweiterung der Datengrundlagen über die Gewässer, die Flora und Fauna, das Grundwasser und den Untergrund mit Vermessungen, Abflussmessungen, Rammkernsondierungen, naturschutzfachlichen Kartierungen, usw.
  • Aufbau und Einsatz umfangreicher Computer-Modelle: Unter anderem müssen die Grundwasserverhältnisse entlang der Schwäbischen Donau adäquat untersucht werden, um negative Auswirkungen für bestehende Bebauungen und Trinkwassergewinnungen sowie weitere sensible Nutzungen ausschließen zu können.
  • Technische Untersuchungen bzw. Erarbeitung der technischen Ausformungen für Deiche und alle weiteren Bauwerke. Dies umfasst die Verläufe, die Höhen, die Einpassung in das Gelände, usw.
  • Umweltplanung: Naturschutzfachliche Untersuchungen ermitteln die Betroffenheit der Naturräume, ob und welche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind.

Auf dieser Basis werden erste umfassende Unterlagen erstellt und das gesamte erweitere Rückhalte-Projekt mit all seinen neun Rückhalteräumen wird in einem sogenannten Raumordnungsverfahren auf seine Verträglichkeit für die Region hin untersucht.

Nur wenn die Raumverträglichkeit gegeben ist, erfolgt eine detaillierte Planung und es kommt zum öffentlichen Planfeststellungsverfahren. Wird im Ergebnis dessen ein Genehmigungsbescheid erteilt, so kann mit Ausführungsplanungen und anschließend dem Bau der einzelnen Vorhaben begonnen werden.

Geplanter Zeitverlauf Bild vergrössern Geplanter Zeitverlauf

Bereits im Sommer 2016 wurden Hochwasserberechnungen für die Donau und den umgebenden Grundwasserleiter in einem europaweiten Auswahlverfahren in Auftrag gegeben. Diese großräumigen modelltechnischen Untersuchungen für Hydrologie, Morphologie, Hydraulik und Grundwasserhydraulik reichen von Neu-Ulm bis zum Lech und wurden von einer Arbeitsgemeinschaft von Ingenieurbüros aufgestellt. In diese Modelle wurden umfangreiche, bereits vorhandene Daten, wie zum Beispiel zu Geländehöhen, Grundwasserständen, Niederschlägen, Flächennutzung, dem vorhandenen Untergrund sowie Abflüssen, einbezogen.

Datenerhebung und Grundlagen

 

Um ein möglichst umfassendes Bild zur Grundwassersituation und Abfluss oder Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten, liefen zwischen 2016 und 2018 umfangreiche Feldarbeiten:

  • Am 15. und 16. März 2017 wurden durch das Wasserwirtschaftsamt an zahlreichen Gräben in der Donau-Niederung Abflussmessungen durchgeführt. Zwischen diesen Gräben und dem Grundwasser gibt es Wechselwirkungen. Ziel ist es, die über die Gräben abgeführten Grundwassermengen zu erfassen. Die Messungen bei trockenen Bedingungen bilden hier Bilanzgrößen für das Grundwassermodell. Außerdem wurden zusätzlich drei kontinuierliche Abflussmessstellen eingerichtet. Eine zweite umfassende Messung wurde Anfang 2018 durchgeführt.
  • Von März bis Mai 2017 erfolgten Vermessungen durch ein im Auftrag des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth arbeitendes Vermessungsbüro. Hierbei geht es um die terrestrische Vermessung projektrelevanter Geländestrukturen, wie z.B. Gräben. Alle Daten wurden anschließend in der Verwaltung geprüft und in die großräumigen Modelle eingepflegt.
  • Weiterhin wurden die oberen Meter des Untergrundes durch zahlreiche Rammkernsondierungen und Versickerungsversuche in 2017 analysiert und Bohrungen, die teilweise zu Grundwassermessstellen ausgebaut wurden, durchgeführt.
  • Auch die bereits 2016 begonnenen Kartierungen über die Zusammensetzung der Pflanzen- und Tierwelt durch ausgewählte Fachleute in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt wurden großflächig fortgeführt und in 2017 abgeschlossen.

Erweiterung des Sondermessnetzes Grundwasser

Das Sondermessnetz für das Rückhalte-Projekt umfasst bereits zahlreiche Grundwassermessstellen. Es überwacht die Grundwasserstandsentwicklung sowohl in trockenen als auch in "nassen" Phasen, z.B. bei Donau-Hochwasser. Langfristig wird es auch die Auswirkungen der konzipierten Rückhalteräume als Bestandteil der Beweissicherung überwachen.

Dafür werden Grundwassermessstellen genutzt, die über die komplette Donau-Niederung verteilt sind. In bereits vorhandene Messstellen wurden sogenannte Datenlogger eingehängt. So werden stündlich die Daten erfasst und später diese Stundenwerte in zentralen Datenbanken beim Wasserwirtschaftsamt geprüft und gespeichert. Durch die Aufzeichnung der Grundwasser-Schwankungen können wertvolle Informationen gewonnen werden. Insbesondere bei Donau-Hochwasser kann die Ausbreitung der Druckwelle im Grundwasser somit sehr gut mitverfolgt werden.

Die in 2018 zusätzlich eingerichteten Grundwassermessstellen ergänzen nun das bereits großräumig mit Datenerfassungsgeräten ausgestattete Sondermessnetz Grundwasser auf über 100 Grundwassermessstellen.