Fachliche Grundlagen

Zu Projektbeginn wurden zwei Studien angefertigt. Sie bilden die Grundlage für eine Zieldefinition und für folgende Entscheidungsfindungen. Die wesentlichen Inhalte finden Sie in der folgenden Zusammenfassung. Die kompletten Studien können Sie rechts herunterladen.

Untersuchung der flussbaulichen Möglichkeiten zur Sanierung des Lechs, morphologische Grundlagenstudie, TU-München

Diese Studie führt die Ist- und Trendanalyse der Sohlentwicklung mit aktualisierten Bestandsdaten fort. Sie beschreibt mögliche Maßnahmen zur Sohlstabilisierung, die auf erhobenen Daten basieren. Darüber hinaus liegt das Hauptaugenmerk auf der Sicherstellung des Hochwasserschutzes und der Überführung in ein gutes ökologisches Potential, wie es die europäische Wasserrahmenrichtlinie vorgibt.

In der Studie werden zwei Flussabschnitte untersucht:

Abschnitt 1: Kraftwerk Ellgau (Fkm. 17,0) bis zum Wehr Gersthofen (Fkm. 37,3).
Abschnitt 2: Hochablass (Fkm. 46,95) bis Lechstaustufe 23 (Fkm. 56,7).

Folgende Grafik aus der morphologischen Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Flussbreite und stabilem Sohlgefälle. Je breiter das Flussbett ist, desto größer ist das zulässige Längsgefälle des Flusses, sodass die Flusssohle immer noch stabil bleibt.

Auf Grundlage der morphologischen Studie der TU-München formuliert diese Untersuchung grundsätzliche Ideen und Vorstellungen, wie die naturschutzfachlichen Ziele am Lech am besten entwickelt und umgesetzt werden können. Außerdem stellt sie ein grobes Konzept zur Optimierung von geplanten Maßnahmen vor.

Darüber hinaus beschreibt sie die aktuellen, vielfältigen Defizite im gesamten Lech-Auensystem und spricht übergeordnete und wichtig erscheinende ökologische und naturschutzfachliche Ziele an. Sie dienen quasi als "Eckpfeiler" zur Zielerreichung im Rahmen künftiger Planungen.

Planung in mehreren Abschnitten

Da die Umsetzung des gesamten Projekts mehr als zehn Jahre dauern wird, ist es sinnvoll, in Abschnitten zu planen und Teilräume festzulegen, die der Reihe nach bearbeitet werden. Der erste Planungsabschnitt wird bei der Staustufe 23 beginnen. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth will hier einzelne Teilmaßnahmen als "Musterstrecke" umsetzen. Das hätte den Vorteil, dass wir die Situation in diesem besonders gefährdeten Abschnitt zügig verbessern. Zudem können wir die Auswirkungen der eingesetzten Maßnahmen untersuchen und als Erfahrungsschatz für die weiteren Planungen nutzen. Hier mobilisiertes Geschiebe kann auch in folgenden Gewässerabschnitten zur Sohlstabilität beitragen.

Erreichen der Projektziele

Um das Projekt Licca liber erfolgreich zu realisieren, ist es wichtig, verschiedene Maßnahmen und ihre Wirkungen optimal zu kombinieren. Dabei gibt es bei der Planung und Umsetzung bestimmte Einschränkungen. Der Lech und dessen Uferbereiche unterliegen bereits einer starken Nutzung. Hier finden sich verschiedenste Interessen und damit Randbedingungen, die im Projektverlauf berücksichtigt werden müssen. Naturschutzfachliche Forderungen, wasserbauliche Grundlagen, land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Ortsbebauung, Trinkwasserschutzgebiete, Wasserkraftambitionen und weitere Belange müssen kombiniert und gegenseitig abgewogen werden. Für diese potenziellen Konflikte wurden bereits abgestimmte Entwicklungsziele im Flussdialog definiert.

Kombination von Maßnahmen

Um die verschiedenen Projektziele zu erreichen, plant das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

Stabilisierung der Flusssohle

Stärkung der Flussökologie

Verbesserung des Hochwasserschutzes

Schaffung von Erholungsräumen