Zusam

Reliefbild der Zusam im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes DonauwörthBild vergrössern Reliefbild der Zusam im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth

Das Einzugsgebiet der Zusam wird durch die Sedimente der Oberen Süßwassermolasse bestimmt. Diese setzt sich aus sandigem, teils mergeligem Material zusammen. Auflagernde Deckenschotter der Riedelrücken bestehen aus Mittel- und Grobkiesen.

Aufgrund der hohen Durchlässigkeit dieser Riedelrücken staut sich auf Zwischenschichten Sickerwasser und tritt an den Rändern und Seitenästen des Zusamtales in zahlreichen Quellhorizonten zu Tage.

So finden sich vor allem an den Randbereichen des Zusamtales anmoorige Bereiche über den sonst meist vorhandenen grundwasserbeeinflussten Gleyböden. Im Dinkelscherbener Becken finden sich größere Niedermoorbildungen, die aber zumeist nicht bis an die Zusam heranreichen.

Der Name Zusam stammt vom westgermanischen Wort "Tusma" ab. Dies bedeutet die "Strauchige", d.h. "die durch (die Ufer säumendes) Gebüsch (Buschwerk) gekennzeichnete" Ache.

Die Zusamquelle befindet sich in den Stauden südwestlich von Markt Wald im Unterallgäu, nahe der Staatsstraße 2026. Im Quellgebiet nimmt der Bach noch die Mittelzusam und die Dürre Zusam auf. Die Länge der Zusam im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth beträgt rund 87 Kilometer.

Erste Veränderungen an der Zusam fanden durch Mühlennutzungen schon früh statt. Der topographische Atlas des Königreiches Bayern von 1832 zeigt schon alle heute noch vorhandenen Mühlen und darüber hinaus noch weitere, z.B. in Dinkelscherben, an. In den vergangenen rund 150 Jahren fanden zudem zahlreiche Korrekturen und Begradigungen statt.

Die untere Zusam wurde beispielsweise von 1938 bis 1963 (unterbrochen vom 2. Weltkrieg) von der Genossenschaft zur Entwässerung des Unteren Zusamtales mit Sitz in Wertingen reguliert. Zweck der Maßnahme war die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Ernte durch Beseitigung der häufig auftretenden Überschwemmungen an der Zusam und die Entwässerung der zu nassen Ödland- und Moorflächen durch Absenkung des Grundwasserspiegels innerhalb des fast 1500 ha umfassenden Genossenschaftsgebietes. Neben einer umfassenden Begradigung wurde die Zusam beidseitig eingedeicht.

Auch im Bereich von Dinkelscherben gab es im Zuge der genossenschaftlichen Korrektur der Zusam und der Kleinen Roth umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen. In den 30iger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Verlauf absolut begradigt und die Mündung der Kleinen Roth verlegt. Umfangreiche Streckenabschnitte des früheren Verlaufes sind heute mit Siedlungen überbaut. Dabei wurde auch das Bett der Zusam so weit abgesenkt, um die nötige Vorflut für Entwässerungsmaßnahmen in der Reischenau zu erhalten, die aufgrund des Torfabbaues notwendig wurden (Quelle: Marz, 1993, ABSP-Umsetzungskonzept Reischenau).

In jüngerer Zeit wurden zahlreiche ökologischen Ausbaumaßnahmen durchgeführt.

Zusam unterhalb Ziemetshausen, Buhnenrampe zur Strömungslenkung und zur Anregung der EigenentwicklungBild vergrössern Zusam unterhalb Ziemetshausen, Buhnenrampe zur Strömungslenkung und zur Anregung der Eigenentwicklung
Hydrologische Daten an der Mündung in die Donau
Gewässerordnung Gewässer erster Ordnung
Flusssystem Donau > Schwarzes Meer
Quelle südwestlich vom Markt Wald im Unterallgäu
Mündung bei Donauwörth in die Donau
Höhendifferenz Quelle – Mündung ca. 235 Meter
Gesamtlänge ca. 81 Kilometer
Einzugsgebiet 505 Quadratkilometer

Mittelwasser (MQ)

am Pegel Pfaffenhofen

4,5 m³/s

Mittleres Niedrigwasser (MNQ)

am Pegel Pfaffenhofen

2,5 m³/s

100-jährliches Hochwasser (HQ100)

am Pegel Pfaffenhofen

75 m³/s