Singold

Reliefbild der Singold im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes DonauwörthBild vergrössern Reliefbild der Singold im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth

Die Singold liegt großräumlich im Naturraum Lech-Wertach-Ebenen. Diese süddeut-sche Moränen- und Schotterlandschaft wurde in verschiedenen Zwischeneiszeiten von mächtigen Schmelzwasserströmen der zurückweichenden Gletscher geschaffen. Dabei kam es immer wieder zu großräumigen Ausräumungen und Aufschüttungen. Das Ergebnis ist ein breites Kastental mit Schotterterassen aus unterschiedlichen Entstehungszeiten.

Der Name der Singold ist wohl vorgermanisch-keltischen Ursprungs. Die Endung "-gold" oder "-galta" bedeutet soviel wie sumpfiges Gewässer. Denkbar ist auch eine Herkunft aus dem Lateinischen. So bedeutet das Wort singultus etwa das Glucksen (des Wassers).

Die Länge der Singold im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth beträgt rund 34 Kilometer. Hier wurde sie sukzessive in mehreren Perioden ausgebaut. Anscheinend hat sich die Begradigung der Wertach am Ende des 19. Jahrhunderts über Grundwasserabsenkung allmählich auf den Singoldbereich ausgewirkt. Es wurde in Anträgen von den 20er bis in die 60er Jahre des letzen Jahrhunderts immer wieder über hochstehendes Grundwasser, stauende Schichten und fehlende Vorflut geklagt.

Neben dem Ausbau wurde in der Wertachebene durch die sogenannten Singoldablässe auch später regelmäßig in die Singold eingegriffen. Dabei wurde das Wasser der Singold regelmäßig Ende September / Anfang Okt. über den Feldgießgraben der Wertach zugeleitet. Im nun leeren Flussbett wurden die Uferverbauungen erneuert, sowie Arbeiten an Brücken und Mühlen durchgeführt. Außerdem wurden im Staubereich der Mühlen nicht nur Entlandungen vorgenommen, sondern auch das Querprofil möglichst aufgeweitet, um Schwallbetrieb führen zu können. Diese Ablässe wurden in den 1960er Jahren jährlich, danach dreijährlich, nach 1980 dann nur noch nach fünf oder mehr Jahren durchgeführt. 1994 fand der letzte Singoldablass statt.

Ob die Singold in der Wertachebene (etwa ab dem Urbanwehr Langerringen) natürlicherweise über dem Grundwasser liegt ist nicht genau bekannt. Es ist aber zu vermuten, dass dieses Phänomen durch die Wertachbegradigung Ende des 19. Jahrhunderts und damit Absenkung des Grundwassers in der Wertachebene zumindest verstärkt wurde. Durch diese fehlende Verbindung zum Grundwasser kann es bei starken Frostperioden zu Bodenfrost an der Gewässersohle kommen. Als Folge davon wachsen an der kiesigen Sohle Eiswolken auf. Dieses sogenannte Grundeis kann die Gewässersohle deutlich anheben, wodurch es zu Ausuferungen kommen kann. Der Eisgang kann durch Einblasung von Schnee in der freien Ebene aufgrund Schneekatzenbildung verstärkt werden.

Naturnaher Abschnitt der Singold zwischen Schwabmühlhausen und Lagerringen mit ausgeprägter GewässerdynamikBild vergrössern Naturnaher Abschnitt der Singold zwischen Schwabmühlhausen und Lagerringen mit ausgeprägter Gewässerdynamik
Hydrologische Daten an der Mündung in den Fabrikkanal
Gewässerordnung Gewässer erster Ordnung
Flusssystem Fabrikkanal > Wertach > Lech > Donau > Schwarzes Meer
Quelle in Waal
Mündung bei Augsburg in den Fabrikkanal
Höhendifferenz Quelle – Mündung ca. 158 Meter
Gesamtlänge ca. 51 Kilometer
Einzugsgebiet 198 Quadratkilometer

Mittelwasser (MQ)

am Pegel Langerringen

2,0 m³/s

Mittleres Niedrigwasser (MNQ)

am Pegel Langerringen

1,2 m³/s

100-jährliches Hochwasser (HQ100)

am Pegel Augsburg Langerringen

32 m³/s