Kleine Paar

Reliefbild der Kleinen Paar im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes DonauwörthBild vergrössern Reliefbild der Kleinen Paar im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth

Die Kleine Paar liegt im Landkreis Donau-Ries östlich der Stadt Rain am Lech. Bis Staudheim befindet sie sich im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth.

Die Kleine Paar verläuft in einer Untereinheit der Lech-Wertach-Ebenen, der Rainer Hochterrasse, an der Grenze zum Naturraum der Aindlinger Terrassentreppen. Entstehungsgeschichtlich wird die ebene Rainer Hochterrasse mit ihrer Höhe von 403 bis 420 m ü.NN auch als unterste Stufe der Aindlinger Terrassentreppen angesehen. Geologisch besteht sie aus Schotterablagerungen des Lech und besitzt eine dünne Überdeckung aus Löß bzw. Lößlehm. Daraus entwickelten sich überwiegend fruchtbare Parabraunerden (Ackerbaustandorte). Nur auf grundwassernahen Standorten im Tal der Kleinen Paar sind teilweise Auengleye anzutreffen. Im Bereich Staudheim existieren im Tal der Kleinen Paar anmoorige Bereiche, die Ausläufer des Staudheimer Mooses sind.

Erste Veränderungen an der Kleinen Paar fanden durch Mühlennutzungen schon in historischer Zeit statt. Der topographische Atlas des Königreichs Bayern von 1817 zeigt zwei Mühlen in Bayerdilling, die Schlagmühle bei Überacker, sowie die Bruckmühle und Grasmühle bei Staudheim. Bereits damals lag der Lauf der Kleinen Paar in Bayerdilling nicht mehr im Tal, sondern aufgesattelt am Talrand, um eine bessere Energieausbeute an den Mühlen zu erreichen. Im Vergleich mit dem ansonsten gewundenen bis mäandrierenden Verlauf der Kleinen Paar läßt sich erkennen, dass auch im Bereich der anderen Mühlen Laufverkürzungen stattgefunden haben.

Diese naturnahe Laufführung wurde bei der 1921 abgeschlossenen Flurbereinigung deutlich begradigt. Die Ufer wurden mit Totholz (Stangenverbau) verbaut. Infolge dessen hat sich die Kleine Paar deutlich eingetieft. Außerdem wurden die meisten zufließenden Gräben begradigt, teilweise verlegt und zahlreiche Nasswiesen drainiert. So ist das Tal der Kleinen Paar heute sehr gut landwirtschaftlich nutzbar und teilweise ackerfähig.

Vor der Gewässeraufstufung zu einem staatlichen Gewässer zweiter Ordnung mit Wirkung zum 1.1.1980 wurde die Unterhaltung der Kleinen Paar in intensiver Form von einer Entwässerungsgenossenschaft betrieben, was heute noch an den eintönigen Laufstrecken zu erkennen ist.

Durch Begradigung und Mühlennutzung zeigt sich das Strömungsbild der Kleinen Paar überwiegend sehr eintönig und mit beeinträchtigter Fließgeschwindigkeit, hervorgerufen durch Mühlstau, Abstürze und ein zu breites Gewässerbett. Durch bereichsweise starken Wasserpflanzenbewuchs im Sommer entsteht weiterer Rückstau. Durch die daraus resultierende geringe Strömung und Fließgeschwindigkeit kann das Feinmaterial der Sohle nicht mehr vom Gewässer abtransportiert werden. Daher besitzt die Kleine Paar überwiegend keine sortierte Sohle. Das Sohlsubstrat ist mit Feinsedimenten durchmischt und wird in Staubereichen damit überlagert. Zusätzlich wird dieses Problem durch die Ackernutzung, die häufig direkt an das Gewässer grenzt und zum Oberbodeneintrag in das Gewässer führt, noch verstärkt.

Kleine Paar mit einsetzender Eigenentwicklung bei der ehemaligen Bruckmühle bei StaudheimBild vergrössern Kleine Paar mit einsetzender Eigenentwicklung bei der ehemaligen Bruckmühle bei Staudheim
Hydrologische Daten an der Mündung in die Friedberger Ach
Gewässerordnung Gewässer zweiter Ordnung
Flusssystem Friedberger Ach > Donau > Schwarzes Meer
Quelle bei Osterzhausen (Pöttmes)
Mündung bei Rennertshofen-Stepperg in die Friedberger Ach
Höhendifferenz Quelle – Mündung ca. 78 Meter
Gesamtlänge ca. 26,5 Kilometer
Einzugsgebiet 126 Quadratkilometer

Mittleres Niedrigwasser (MNQ)

Niedrigwassermessstelle oberhalb der Einmündung des Siegenbaches

0,15 m³/s

100-jährliches Hochwasser (HQ100)

aus hydrologischen Werten abgeschätzt

40 m³/s