Kessel

Reliefbild der Kessel im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamt DonauwörthBild vergrössern Reliefbild der Kessel im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

Die Geologie des Kesseltales ist im Ober- und Mittellauf durch den Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries geprägt. Durch das Ereignis liegen hier im südlichen Kraterrand teilweise kleinräumig wechselnde geologische Verhältnisse vor. Der Unterlauf im Donauried liegt auf alluvialen Sedimenten (jüngste Talfüllungen).

Der Lauf der Kessel in der Riesalb war früher durch mehr kleinteilige Schlingen gekennzeichnet, die offensichtlich nach 1823 teilweise begradigt wurden.

Die Mühlennutzung hat an der Kessel schon eine lange Tradition. So wurde zum Beispiel die Bergmühle zwischen Brachstadt und Erlingshofen 1376 erstmals urkundlich erwähnt ("Berkmul").

Der Lauf der Kessel ab dem Durchschneiden der Hangkante des Donauriedes erfuhr in historischer Zeit mehrere Veränderungen. Um 1823 mündete die Kessel auf der Höhe des jetzigen Zusammentreffens von Bundesstraße 16 und Kessel in einen Donauarm, der entlang der dortigen Hangkante verlief. Bis vor der Korrektion hatte sich dieser Donauarm aber abgeschnitten, so dass die Kessel ihn bis zur Mündung in die damalige Donau einnahm. Durch die Korrektion um 1870 wurde auch der weitere Donauarm als Kessellauf beansprucht. Man leitete so die Kessel zielstrebig in den begradigten Donaulauf (Mündung kurz vor den heutigen Baggerseen). Dadurch war die Kessel, bei Hochwasser der Donau einem Rückstau ausgesetzt, der jedesmal Überschwemmungsgefahr für Donaumünster brachte. Deswegen verlegte man die Kesselmündung 1929 weitere 3,5 Kilometer parallel der Donau abwärts bis vor das Stadtgebiet von Donauwörth.

Das Abflußregime der Kessel wird von Winter- und Frühjahrshochwässern geprägt. Allerdings kann es bei Starkregenereignissen auch im Sommer zu Hochwasserereignissen kommen.

Der Lauf der Kessel in der Riesalb ist im Ortsbereich von Untermagerbein und unterhalb Brachstadt stark begradigt. In den übrigen Bereichen haben nur geringere Eingriffe stattgefunden, so dass hier ein leicht schlängelnder Lauf vorliegt. Der restliche Kessellauf im Donauried bis zur Mündung in die Donau ist geradlinig und ohne Vorland eingedeicht.

Die bestehenden Strömungsverhältnisse an der Kessel werden durch die Eingriffe des Menschen wesentlich bestimmt. Durch die Mühlen befinden sich weite Bereiche des Laufes in einem Rückstau. Aber auch außerhalb der Einflußbereiche dieser Fließhindernisse sind die Strömungsverhältnisse nur wenig vielfältig, bedingt durch Laufverkürzungen und Längsverbauungen.

Der Talraum der Kessel bis Erlingshofen ist von intensiver, landwirtschaftlicher Nutzung geprägt, nur noch im Bereich von Untermagerbein und oberhalb Oppertshofen dominiert Wiesennutzung.

aufgelöste Rampe bei GöllingenBild vergrössern aufgelöste Rampe bei Göllingen
Hydrologische Daten an der Mündung in die Donau
Gewässerordnung Gewässer zweiter Ordnung
Flusssystem Donau > Schwarzes Meer
Quelle am Hungerberg bei Forheim-Aufhausen
Mündung bei Donauwörth in die Donau
Höhendifferenz Quelle – Mündung ca. 160 Meter
Gesamtlänge ca. 41 Kilometer
Einzugsgebiet 161 km2

Mittleres Niedrigwasser (MNQ)

aus hydrologischen Werten abgeschätzt

0,4 m3/s

100-jährliches Hochwasser (HQ100)

aus hydrologischen Werten abgeschätzt

73 m3/s