Iller

Reliefbild der Iller im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamt DonauwörthBild vergrössern Reliefbild der Iller im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

Die Iller ist auf ihren letzten rund 57 Kilometern bis zur Mündung in die Donau ein Grenzfluss zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Bayern. Auf bayerischer Seite befinden sich davon die letzten rund 35 Kilometern im Amtsbereiche des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth. Ihre Hauptfließrichtung verläuft von Süd nach Nord.

Das Abflussverhalten der Iller ist gekennzeichnet durch das alpine und voralpine Einzugsgebiet, welches sich von den Allgäuer Alpen bis hinab zum Donautal erstreckt. Die Höhenlagen bewegen sich von 650 - 2.600 m ü.NN, wobei etwa ein Viertel des Einzugsgebietes höher als 1.000 m ü.NN liegt. Unterhalb des Alpenvorlandes wird das Einzugsgebiet zu einem schmalen Schlauch ohne nennenswerte Nebengewässer, so dass das Abflussverhalten bis zur Mündung rein alpin geprägt ist. Die Iller prägt das Abflussverhalten der Donau unterhalb der Mündung stärker als der Oberlauf der Donau.

Der Abfluss der unteren Iller wird durch Ausleitungen in Kraftwerkskanäle stark vermindert, so dass das Hauptgewässer über große Strecken nur noch eine Restwasserstrecke darstellt. Mindestwasserregelungen sichern eine festgesetzte Restwassermenge im Bett der Iller, die jahreszeitlich zwischen drei und neun m3/s schwankt. Die Festlegung dieser Mindestwasserregelung resultiert aus einem umfangreichen Untersuchungsprogramm des Landes Baden-Württemberg und des Freistaates Bayern.

Im Zuge der Illerkorrektion Ende des 19. Jahrhunderts wurde der ehemals weit verzweigte Flusslauf der Unteren Iller in ein begradigtes und befestigtes Bett gezwängt und damit vollständig verändert. Der ursprünglich mehrere hundert Meter breite Wildfluss mit seinen zahlreichen Verästelungen wurde in ein rund 50 Meter breites regelmäßiges Flussbett gezwängt.

Infolge dieser Korrektion mit Laufbegradigung hat sich das Bett der Iller um mehrere Meter eingetieft. Eine Ausuferung in die begleitenden Auwälder und ehemaligen Aueflächen ist daher selten geworden. Durch Dämme und Deiche sowie die stellenweise Erhöhung der uferbegleitenden Unterhaltungswege wurde das Ausuferungsvermögen der Iller weiter eingeschränkt, was jedoch für die Retention insgesamt nur eine eher geringe Einschränkung bedeutet.

Die infolge der Flussbegradigung errichteten Stützschwellen und Rampen zur Sohlsicherung prägen heute den Längsverlauf der Gewässersohle. Der Längsschnitt der Illersohle stellt heute eine Abfolge einzelner Teilfließstrecken dar und kann so durch ein stufenförmiges Profil beschrieben werden.

Im Zuge der wasserwirtschaftlich-ökologischen Sanierungsmaßnahme "Illerentwicklung" des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth wurden in den letzten Jahren Bereiche geschaffen, in denen die Eigenentwicklung der Iller zugelassen und gefördert wurde. Hier wurden die Uferwege zurück verlegt und dem Gewässerbett mehr Platz gegeben. Zudem konnte durch die Entnahme von Ufersicherungen sowie durch Rodung von Gehölzen eine gezielte Erosion der Uferbereiche erreicht werden. Das erodierte Material kann sich im aufgeweiteten Flussbett ab- und umlagern. Auf den neu entstandenen offenen Kiesflächen ist fortan mit einer natürlichen Sukzession zu rechnen, wobei der Aufwuchs der selten gewordenen Weichholzauenvegetation zu erwarten ist.

renaturierte Iller bei VöhrigenBild vergrössern renaturierte Iller bei Vöhrigen
Hydrologische Daten an der Mündung in die Donau
Gewässerordnung Gewässer erster Ordnung
Flusssystem Donau > Schwarzes Meer
Quelle Zusammenfluss von Breitach (links), Stillach (Mitte) und Trettach (rechts) bei Oberstdorf im Allgäu
Mündung Bei Ulm in die Donau
Höhendifferenz Quelle – Mündung ca. 315 Meter
Gesamtlänge ca. 147 Kilometer
Einzugsgebiet

2.064 km2

am Pegel Wiblingen

Mittelwasser (MQ)

am Pegel Wiblingen

54 m3/s

Mittleres Niedrigwasser (MNQ)

am Pegel Wiblingen

7,8 m3/s

100-jährliches Hochwasser (HQ100)

am Pegel Wiblingen

900 m3/s