Donau

Reliefbild der Donau im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes DonauwörthBild vergrössern Reliefbild der Donau im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth

Nördlich der Alpen, im heutigen Alpenvorland, entwässerten Vorläufer der Donau auch nach Westen, bevor sich im älteren Pliozän, vor etwa sieben Millionen Jahren, die Urdonau zu formieren begann. Ihr Oberlauf umfasste zeitweilig sogar das alpine Rhonetal. Mit der Gebirgsbildung und Landhebung im Donauraum verlagerte sich das Donausystem ostwärts bis zur heutigen Lage. Dieser Vorgang setzt sich noch immer fort, in dem das Einzugsgebiet der Donau von den Nebenflüssen des Rheins verkleinert wird. Mit der Donauversinkung in der Schwäbischen Alb etwa ist der Verlust des gesamten Schwarzwälder Einzugsgebietes eingeleitet. Nach einer Strecke von 14 Kilometern durch Klüfte und Höhlen verkarsteten Kalksteins tritt dieses Donauwasser im Aachtopf aus, von wo aus es über den Bodensee in den Rhein gelangt.

Der Name der Donau ist wohl iranischen oder keltischen Ursprungs. Eine genaue sprachliche Zuordnung ist schwierig, da sowohl das Keltische als auch das Iranische indogermanische Sprachen sind und das Wort Fluss sowohl auf altiranisch als auch auf Keltisch Danu heißt und beide Volksstämme bis an die Donau vordrangen.

Die Donau ist der zweitgrößte europäische Fluss. Rund 80 Million Menschen leben in zehn Staaten entlang der Donau. Im Amtsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth verläuft die Donau auf rund 95 Kilometer.

Vor mehr als 200 Jahren war die Donau im Dillinger Donauried noch ein auf großer Ausdehnung in zahllosen Rinnen sich ausbreitender Strom, welcher im Donauried pendelte. Die geringen Höhenunterschiede im Donauried machten die Donau träge. Das mäandrierende Flussbett, aus Haupt-, Nebenarmen und Altwässern, war oft mehrere Kilometer breit und die Uferzonen sumpfig. Mehrmals im Jahr trat die Donau über ihre flachen Ufer und überschwemmte im Norden die Aue bis zur Hangkante der Hochterrasse und im Süden weite Teile des Donaurieds. Noch bis 1840 wird beispielsweise berichtet, dass die Bewohner häufig an bösartigem Wechselfieber mit epilepsieartigen Anfällen litten, das wohl Malariamücken übertrugen. Seit jeher wird dieses Überschwemmungsgebiet als Riedstrom bezeichnet.

Bedeutende Hochwasserereignisse sind für die Sommermonate 1501, 1899 und 1926 überliefert. Zum Jahreswechsel 1882 / 1883 bewirkte aufgeworfenes Treibeis verheerende Überschwemmungen.

Der Hochwasserschutz an der Donau in Bayern, Oberste Baubehörde, 1927Bild vergrössern Der Hochwasserschutz an der Donau in Bayern, Oberste Baubehörde, 1927

Nachdem das Donauried über Jahrtausende hinweg nur zum Jagen und Fischen brauchbar war, wurde die Donau ab dem 19. Jahrhundert stark begradigt und ausgebaut, um die Bedingungen für die Schifffahrt, die Verbesserung des Hochwasserschutzes und um zusätzliche Flächen für Landwirtschaft, Industrie und Siedlungen zu gewinnen.

Die erste Maßnahme zur Begradigung der Donau, der Karolinenkanal zwischen Dillingen und Lauingen, wurde zwischen 1806 und 1810 verwirklicht. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Donau im gesamten bayerischen Schwaben vollständig begradigt und ausgebaut. Zwischen der Iller- und der Lechmündung hat sich der Donaulauf dadurch um insgesamt 27 km verkürzt.

Infolge des Ausbaus war das Flussbett leistungsfähiger und es kam so seltener zu Ausuferungen ins Donauried. Der Ausbau bedeutete auch eine Absenkung des Donauwasserspiegels und des Grundwassers um mehrere Meter, was Entwässerungsmaßnahmen im Donauried ermöglichte. Dadurch konnte die landwirtschaftliche Nutzung des Donaurieds intensiviert werden und die Auwälder verschwanden.

Durch die "moderne" Flussregulierung glaubte man das Naturereignis Hochwasser im Griff zu haben, doch bringen gerade die vielfältigen Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt auch noch heute, wie in einem Teufelskreis, immer neue Probleme mit sich.

So machte die fortschreitende Eintiefung der Donau infolge der Begradigung Maßnahmen zur Stabilisierung der Flusssohle erforderlich. Aus diesem Grunde sowie zur Stromgewinnung baute man in den 1950er Jahren die erste Staustufe "Böfinger Halde" in Ulm/Neu-Ulm, in den 1960er Jahren die Staustufen Oberelchingen, Leipheim, Günzburg, Offingen, Gundelfingen und Faimingen und in den 1970er und 1980er Jahren die Staustufen Dillingen, Höchstädt, Schwenningen und Donauwörth.

Durch die Begradigung der Donau und den Staustufenbau haben sich die Fließdynamik der Donau und das Überschwemmungsgebiet verändert. Die Begradigung und die damit einhergehende Eintiefung haben die Leistungsfähigkeit der Donau erhöht und dazu geführt, dass die Donau bei kleineren Hochwasserereignissen nicht mehr über die Ufer tritt. Schlingen, Bögen, Buhnen, Kies- und Sandbänke hemmten früher die Flut und bewirkten einen langsamen Aufbau der Hochwasserwellen, auf die sich die Anlieger in Jahrhunderte alter Erfahrung einzustellen wussten. Die Rodung der Auwälder und die Trockenlegung der Feuchtgebiete, welche die Donau als natürliche Wasserspeicher begleitet haben, verstärken diese Tendenz weiter. Wo früher an der Donau und im Riedstrom Feucht- und Sauerwiesen existierten, wurden Wohn-, Gewerbe-, Industriegebiete ausgewiesen oder die Flächen landwirtschaftlich genutzt.

Im Zuge des Staustufenbaus wurden links und rechts der Donau Stauhaltungsdämme errichtet. Damit wurde die Leistungsfähigkeit des Flussbetts der Donau so weit erhöht, dass es zu einer wesentlichen Verschlechterung der Hochwassersituation in den flussabwärts gelegenen Städten wie beispielsweise Donauwörth, Neuburg oder Ingolstadt gekommen wäre. Es wurde daher in den Genehmigungsbescheiden für die Staustufen festgelegt, dass das vorhandene Überschwemmungsgebiet möglichst erhalten bleibt und ab bestimmten Hochwasserabflüssen Ausleitungen oberhalb der Staustufen in das Donauried weiterhin erfolgen müssen, um die Ausuferungsverhältnisse im Ried vor dem Staustufenbau beizubehalten. Bei den Staustufen Faimingen, Dillingen und Höchstädt ist hierzu ein Überstau von 0,50 m bzw. 0,25 m vorgesehen, bei den Staustufen Gundelfingen und Schwenningen ist kein Überstau erforderlich. Die Ausleitungen und Regelungen zum Überstau sind in den wasserrechtlichen Bescheiden der Staustufen enthalten.

Junihochwasser 2013 in DonauwörthBild vergrössern Junihochwasser 2013 in Donauwörth

Hydrologische Daten der Donau
Gewässerordnung Gewässer erster Ordnung
Flusssystem Schwarzes Meer
Quelle Bregquelle im Schwarzwald bzw. Zusammenfluss von Brigach und Breg bei Donaueschingen
Mündung Schwarzes Meer
Höhendifferenz Quelle – Mündung ca. 1078 Meter
Gesamtlänge ca. 2857 Kilometer (2811 Kilometer ohne Breg)
Einzugsgebiet 817.000 Quadratkilometer

Mittelwasser (MQ)

am Pegel Donauwörth

191 m³/s

Mittleres Niedrigwasser (MNQ)

am Pegel Donauwörtht

76,3 m³/s

100-jährliches Hochwasser (HQ100)

am Pegel Donauwörth

1.450 m³/s